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Innere-Kind-Arbeit

 Jeder kennt Situationen, in denen wir emotional getroffen sind und überreagieren, sehr emotional und teilweise sogar kindisch, kindlich reagieren, oder dastehen und gar nicht mehr reagieren können. Im Nachhinein wissen wir, was in der Situation richtig gewesen wäre, ärgern oder schämen uns dafür, dass wir es nicht tun konnten. Wir können uns nachher alles logisch erklären, es von allen Seiten betrachten. In der Situation aber war dieses Wissen und Denken wie weggeblasen. Warum ist das so? Warum stehen wir in Situationen, in denen es um bedeutende Themen für uns geht, oft da wie kleine, hilflose Kinder?

 

Kognitive Therapien, die unsere logischen Denk-Teile ansprechen bleiben meist auch in ihrer Wirkung auf diese begrenzt. Die emotionalen Teile jedoch bleiben davon völlig unberührt. Da das innere Kind andere Bedürfnisse und Herangehensweisen hat, braucht es also auch ihm angepasste Methoden, um es zu heilen. So wie die Amygdala (Teil des Gehirns) vor allem emotionale Erfahrungen erlernt und wieder verlernt, so braucht auch das innere Kind emotionale, kindliche Methoden, um diese zu erreichen und zu heilen.

Die Innere-Kind-Arbeit bedient sich hierzu vieler Methoden aus der Traumatherapie, der Gestalttherapie und der hypnoanalytischen Therapie. Dabei wird versucht, auf sanfte Weise meist mit Imaginationsübungen Kontakt mit den inneren Anteilen aufzunehmen, diese besser kennen zu lernen und ihre Bedürfnisse herauszufinden und zu erfüllen. In vielen Studien wurde gezeigt, dass unser Gehirn keinen Unterschied macht, zwischen realen Erlebnissen und „nur“ intensiv vorgestellten. Auch können wir so lernen, Grenzen zu setzen.

Negative Erlebnisse werden oftmals unbewusst mit Hilfe von Albträumen verarbeitet. Dieses Phänomen kennt jeder aus seinen Träumen, besonders Albträumen, wo wir mit allen Empfindungen und Körperreaktionen auf etwas reagieren, was sich nur in unseren Gedanken abspielt.

Durch die Innere-Kind-Arbeit wird in der Amygdala ein Löschschaltkreis aktiviert, durch eine vielmalige Wiederholung von positiven, liebevollen Erfahrungen in der Vorstellungswelt.

Mit der Inneren-Kind-Arbeit erfahren wir so neue, positive Erfahrungen in einer bereits erlebten, verletzenden Situation. So können wir dem inneren Kind im Nachhinein Erfahrungen von Geschütz-sein und Geliebt-und Angenommen-werden ermöglichen. 

So kann unser Erwachsenen-Ich im Jetzt die liebevolle und fürsorgliche Elternrolle übernehmen, für das innere Kind sorgen, es schützen und es so heilen lassen.

Ziel dieser Ansätze ist es, seelische Wunden aus der Vergangenheit und Gegenwart zu heilen, falsche oder dysfunktionale Glaubens- und Lebensmuster zu erkennen, Probleme selbstverantwortlich und selbstkompetent zu lösen sowie liebevollen Umgang mit sich selbst und anderen zu bewirken. Dies ermöglichet uns die Entwicklung stabiler Freundschaften und einer reifen Form von Partnerschaft.